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Kasaner-Kathedrale

Artikel von russland-info.tk

Direkt gegenüber des Historischen Museums befindet sich die Kasaner-Kathedrale. Sie zählt zu den bekanntesten russisch-orthodoxen Kirchengebäuden. Ihr vollständiger Name lautet „Kathedrale der Maria von Kasan“ und sie entstand erstmalig in den 1620-er Jahren. Wann genau die Kirche fertiggestellt wurde, ist nicht mehr überliefert. Bekannt ist lediglich, dass sie durch den Fürsten Dmitri Poscharski gestiftet wurde. Dieser ließ sie im Gedenken an den Sieg über die polnisch-litauischen Invasoren errichten und weihte sie der Gottesmutter von Kasan. D. Poscharski ist in Russland ein Nationalheld, da er an der Seite des Kaufmannes Kusma Minin mit seinem Volksheer in Moskau einmarschierte und damit die Stadt vor der Besetzung durch fremde Truppen rettete. Doch nicht nur dass, vielmehr führte er die Kampfhandlungen um das Zarenreich mit seinen Mitstreitern zu einem siegreichen Ende, was ihm das Volk nie vergaß. Daher findet sich in der Nähe der Basilius-Kathedrale auch eine Statue, die an diese Heldentat erinnert. Die Weihung erfolgte auf die Ikone der Gottesmutter, da diese von den orthodoxen Gläubigen als besonders Glück bringend verehrt wird. Dieser Glaube bestärkte ebenso den Fürsten in seiner Meinung, dass sie ihm geholfen habe, den Sieg zu erringen.

Zunächst bestand die Kirche aus einem Holzbau, der jedoch 1635 einem Feuer zum Opfer fiel. Daraufhin ließ Großfürst Michael I. den Sakralbau als Steingebäude wieder aufrichten, um eine erneute Feuergefahr zu verhindern. Der Neubau ging rasch voran und so konnte die Gebetsstätte am 15. Oktober 1636 an die Öffentlichkeit zurückgegeben werden. Seither galt die Kirche als eine der wichtigsten Kathedralen Moskaus. Dies belegen Aufzeichnungen, die von regelmäßig stattfindenden, feierlichen Kreuzprozessionen künden. Viele von ihnen fanden anlässlich des Tages der Befreiung von den polnisch-litauischen Besatzern statt, an denen neben dem Patriarchen zudem die Mitglieder der Zarenfamilie teilnahmen.

In den folgenden Jahrzehnten wurde das Gotteshaus mehrmalig vergrößert und bot am 26. April 1755 einen feierlichen Rahmen für den Eröffnungsgottesdienst anlässlich der Gründung der Moskauer Universität.

Die Oktoberrevolution überstand die Kathedrale unbehelligt, doch dann übernahm die sogenannte Renovationskirche das Gemäuer. Diese Gruppierung war eine Bewegung innerhalb der Russisch-Orthodoxen Kirche, die der neuen Regierung nahestand. Damit änderte sich die Zukunft des Hauses erheblich. Zwar wurde es Ende der 1920-er Jahre noch einmal aufwendig renoviert, dann allerdings 1936 auf Wunsch J. Stalins zurückgebaut, um zunächst einem Gebäude der Kommunistischen Internationale Platz zu machen, welches wenig später seinerseits einem Kaffeehaus weichen musste.

Nachdem die Sowjetzeit 1990 endete, entschied die Moskauer Stadtverwaltung auf Anraten der Kirche sowie unter dem Druck der Öffentlichkeit einem Wiederaufbau stattzugeben. Die Neuerrichtung an ursprünglicher Stelle ging schnell voran, da der Staat Mittel freigab, die neben Spendengeldern den zügigen Aufbau gewährleisteten. Die Wiedereröffnung der Kathedrale fand schließlich am 4. November 1993 statt, was mit dem Jahrestag des Sieges über die polnisch-litauischen Truppen zusammentraf. Somit gilt das Gotteshaus als eines der ersten Bauwerke, das zu Sowjetzeiten zerstört und nach dem Ende der Sowjet-Ära wiederaufgebaut wurde.

Weitere Links

Zusätzliche Informationen

Um Informationen zu den weiteren Sehenswürdigkeiten des Roten Platzes zu erhalten, nutzen Sie bitte die nachfolgenden Internetverweise.

Geschichte des Roten Platzes

Historisches Museum

Warenhaus GUM

Basilius-Kathedrale

Minin-Poscharski-Denkmal

Lenin-Mausoleum

Photos

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